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Gewalt- und Drogenprävention / Partizipation

An der Bleickenschule sind zurzeit zwei Präventionsprojekte bzw. –programme etabliert: Zum einen ist dies das in der Region Weser-Ems und in einigen Städten des Regierungsbezirks Lüneburg eingeführte „Sign“-Präventionsprogramm, zum anderen das schuleigene „Buddy“-Projekt.

Bei Signhandelt es sich um ein auf dem Lions Quest Life-Skills-Programm basierenden Präventionskonzept gegen Sucht und Gewalt. Die Förderung der Lebenskompetenz steht bei der Arbeit mit „Sign“ im Vordergrund, die Projektteilnehmer sollen für ihr Leben in der Gemeinschaft gestärkt werden. In wissenschaftlichen Evaluationen, u. a. durch Prof. Dr. Hurrelmann, Universität Bielefeld, wurden u. a. folgende Ergebnisse festgestellt:
-Stärkung des Selbstwertgefühls des Heranwachsenden
-deutliche Stärkung einer ablehnenden Haltung gegenüber Drogen und Gewalt
-positive Veränderung des allgemeinen Verhaltens der Jugendlichen
-Verbesserung des Klassenklimas
-Entwicklung eines verantwortungsvollen und solidarischen Umgangs der Jugendlichen miteinander.

In der Bleickenschule konnte beispielsweise in einem Jahrgang, der 2002 gemeinsam mit dem Sign-Projekt in der Hauptschule startete, ein ausgeprägtes WIR-Gefühl der Schüler/innen der gesamten Jahrgangsstufe beobachtet werden. Das häufig anzutreffende Rivalitätsdenken der Klassen untereinander blieb aus.

„Sign“ begleitet die Schüler/innen von der 5. bis zur 10. Klasse. Dieser Zeitraum ist in thematische Schwerpunkte aufgeteilt, die dem Entwicklungsstand der Mädchen und Jungen und den Rahmenrichtlinien für den Unterricht entsprechen.

Zu den einzelnen Bausteinen werden Lehrerfortbildungen und Unterrichtsmaterialien angeboten. Die aufeinander aufbauenden Themen sind für
 

die Klassen 5 bis 7 Soziales Lernen in Kooperation mit der Stadtjugendpflege
     
die Klassen 8 Sucht in Kooperation mit

- der Beratungsstelle für Suchtgefahren

- der Kriminalpolizei

- dem Jugendgericht

- den Stadtjugendpflegern

     
die Klassen 9 Freundschaft, Liebe & Sexualität in Kooperation mit Pro Familia
     
die Klassen 10 Zukunft und Perspektive in Kooperation mit

- der Berufsberatung der Agentur für Arbeit

- der Stadtjugendpflege

- örtlichen Beratungsstellen


Im Zusammenhang mit dem letztgenannten Baustein entstand im Schuljahr 2005 / 2006 in Cuxhaven ein Pilotprojekt, das in enger Zusammenarbeit der Stadtjugendpflege mit den drei Klassenlehrkräften der Bleickenschule entwickelt wurde bzw. wird: “Elternschaft lernen.“ In der Information über dieses Projekt, das künftig auch Zehntklässlern anderer Schulen angeboten werden soll, heißt es:
„Unendlich viele Fragen wie: 'Ist man mit Kindern glücklicher? Wer kann mir sagen, wie ich mein Kind richtig erziehe? Wie werde ich ein guter Vater? Was kosten Kinder? Sollte die Mutter nach Geburt wieder arbeiten? Wer hilft mir, wenn ich ungewollt schwanger werde?‘ haben Jugendliche zum Thema „Eltern werden“. Sie wünschen sich einen geschützten Raum, in dem sie sich mit Fachleuten austauschen können. Diese Art „Elternschule“ setzt an, bevor die jungen Menschen eine Familie gründen und richtet sich inhaltlich im Wesentlichen nach den Wünschen der Schüler/innen. Einbezogen in das Projekt, zu dem auch der Umgang mit einer Babypuppe aus dem Baby-Bedenkzeit-Programm gehört, werden je nach Bedarf örtliche Beratungsstellen , Kinderärzte, Hebammen etc.“


Bei allen Bausteinen wird die Wichtigkeit einer Vernetzung der beteiligten Institutionen deutlich. Bezüglich der für das Projekt zwingend erforderlichen Unterrichtsstunden und gerade in einer Zeit, in der eine zunehmend defizitäre Ausbildung der sozialen Kompetenz der Schüler/innen der 5. Klassen zu beklagen ist, wäre es unbedingt erforderlich, wieder eine Klassenlehrerstunde in allen Jahrgängen einzuführen.

 

Das Buddy-Projekt wurde im Jahre 2001 von Bleickenschüler/innen mit Unterstützung der Beratungslehrerin ins Leben gerufen.

Es entstand aus dem bundesweiten unter der Schirmherrschaft von Doris Schröder-Köpf stehenden Wettbewerb „Ein Auftrag für Buddys“, bei dem eine Schülergruppe der Bleickenschule in der Kategorie „Internet“ einen der ersten Plätze belegte und dafür am 15.02.2001 in Köln ausgezeichnet wurde.

Mitschüler/innen in Problemsituationen zu helfen und bei Auseinandersetzungen von Schüler/innen deeskalierend zu wirken waren die Grundgedanken, die die Jugendlichen für ihr eigenes Projekt motivierten . Es schloss sich eine Ausbildung an, die die Selbstlernkompetenz und die Verantwortlichkeit der Teilnehmer/innen auf der Grundlage der Peergroup-Education fördert. Das Konzept geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche Experten in eigener Sache sind. WIR ACHTEN AUFEINANDER ist die Idee.

Ausbildungsthemen und –schwerpunkte sind
-aktives Zuhören
-Spiegeln von Gesagtem und von Emotionen
-Formulierung von Ich-Botschaften
-Empathie
-Toleranz
-positive Rückmeldungen
-Entwickeln von Verhaltensalternativen
-Abschätzen von Verhaltenskonsequenzen
-kooperative Konfliktlösung mit zunehmender Unabhängigkeit von Erwachsenen
-Formulierung von Vereinbarungen

Nach der Ausbildung achten die Mädchen und Jungen auf dem Schulhof als Pausen-Buddys (je zwei haben Dienst) auf ein gewaltfreies Miteinander, kümmern sich in der Buddy-Gruppe um Mitschüler/innen, die gemobbt werden oder Opfer von Gewalt sind und bieten sich als Ansprechpartner bei Problemen unterschiedlichster Art an.
Für ihre Arbeit haben sich die Buddys einen eigenen Raum eingerichtet, der ihnen jederzeit zur Verfügung steht.
Das Projekt, das die Schüler/innen befähigen soll, ihre Konflikte und Probleme selbstständig und nachhaltig zu bewältigen, hat sich an der Bleickenschule bewährt und erfordert eine kontinuierliche Ausbildung von Jungen und Mädchen, die sich dieser schwierigen Aufgabe stellen möchten.
Profitieren können alle: Jugendliche, denen geholfen wird, erfahren Solidarität und lernen, dass Integration Basis für das Zusammenleben einer Gruppe ist. Zudem lernen sie, dass es konstruktive Lösungen zur Überwindung von Problemen gibt. Buddys erwerben Qualifikationen für ihr Leben: Probleme analysieren, Strategien entwickeln und aktiv umsetzen. Pädagogen erfahren Entlastung bei ihren vielfältigen Aufgaben. (erarbeitet von E. Braschwitz, Beratungslehrerin)